Montag, 19. März 2012

zwischenpost #5

Yes, der Tag ist da. Ich blicke in den Spiegel und sehe - Jemand fremden. Ich erkenne mich nicht mehr. Ich kenne mich nicht mehr. Sowohl innerlich als auch äußerlich. Ein völlig anderer Mensch. Ein Mensch im Spiegel, dessen Augen hilfesuchend zu mir schauen. Zerbrochen. Ratlos. Traurig. Und selbsthassend.
Lächle, denn Weinen ist zu einfach, heißt es.
Ich hab das Lächeln verlernt. Das Lächeln aus freien Stücken.
Und selbst etwas so einfaches wie Weinen fällt mir schwer. Ich kann es nicht.
Ich fühle mich leer, komplett leer. Es ist mir egal, was mir gesagt wird. Was ich sage. Was meine Freundin mir rät. Es ist mir vollkommen egal. Und ich höre nicht hin. Ich nicke, antworte, hier oder da lache ich. Ohne es zu wollen. Ohne es zu bemerken. Innerlich laufe ich mit geschlossenen Augen durch die Welt. Fühle nichts. Denke nichts. Nur diese grausame Diashow von Bildern in meinem Kopf. Und abends fange ich an mich zu ritzen, damit ich konzentriert auf meine "Arbeit" bin, nicht auf meinen Kopf. Damit ich kurz vergesse.
Es tut nicht mal weh. Überhaupt nicht. Nicht mal ein bisschen. Ich fühle nichts.
Danach ziehe ich mir einen Pullover über. Setze mich auf mein Bett. Streife die Kopfhörer über und drehe die Musik auf. Bis der Bass meinen Herzschlag kontrolliert, heißt es. Vielleicht. Vielleicht lauter.  Und manchmal, still und heimlich, laufen die Tränen.

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